Heilbronn. Die ZEAG Energie AG hat das Geschäftsjahr 2025 trotz eines schwierigen energiepolitischen und wirtschaftlichen Umfelds mit einem Plus abgeschlossen. Für ihre geplanten Investitionen in die nachhaltige Energiezukunft der Region Heilbronn-Franken sieht sie sich gut aufgestellt.
Der Jahresüberschuss der ZEAG lag nach Steuern bei rund 47 Millionen Euro. Ausschlaggebend für den Ergebnisanstieg gegenüber dem Vorjahr war insbesondere ein Sondereffekt aus dem Verkauf von Grundstücken in Neckarwestheim und Gemmrigheim. Der um Sondereffekte bereinigte Jahresüberschuss lag mit 11 Mio. Euro auf Höhe der prognostizierten Planungen.
Mit dem Ergebnis bestätigt die ZEAG ihre Ambitionen für die nachhaltige Transformation des Energiesystems in der Region Heilbronn-Franken. Hier plant das Energieunternehmen im Rahmen seiner Strategie 2030, rund eine Milliarde Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien, die Modernisierung der Netzinfrastruktur sowie in neue, kundenorientierte Energielösungen zu investieren.
Operative Stabilität trotz rückläufigem Stromabsatz
Dabei hatte im vergangenen Jahr insbesondere ein verändertes Verbrauchsverhalten in Industrie und Gewerbe negativen Einfluss auf das Ergebnis der ZEAG: Der Energieabsatz sank um 18 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig erhöhte sich der Wettbewerbsdruck durch neue Marktteilnehmende sowie durch die anhaltend schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Das bedeutete einen insgesamt geringeren Energiebedarf. Zudem dämpften unterdurchschnittliche Windverhältnisse die Erzeugungsleistung und damit das Ergebnis des Energieunternehmens.
Der kaufmännische Vorstand der ZEAG Alexander Bürkle zieht dennoch eine insgesamt positive Bilanz: „Im Jahr 2025 haben wir ein stabiles Ergebnis erzielt. Gleichzeitig konnten wir unsere Eigenkapitalbasis stärken und damit unsere wirtschaftliche Handlungsfähigkeit ausbauen, um unsere Investitionsziele weiter vorantreiben zu können.“
Vor diesem Hintergrund schlug das Energieunternehmen den Aktionär*innen bei der heutigen 137. Hauptversammlung eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie vor. Im Vorjahr betrug die Dividende 1,00 Euro je Aktie.
„Mit einem Grünstromanteil von annähernd 100 Prozent an unserer Gesamtenergieerzeugung stehen wir als ZEAG-Konzern für eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung in Heilbronn-Franken", sagte der technische Vorstand der ZEAG Franc Schütz. „Bei der Umsetzung unserer Strategie 2030 haben wir 2025 deutlich an Tempo gewonnen.“
Dynamik in allen strategischen Geschäftsfeldern
Die ZEAG fokussiert sich auf drei Kerngeschäftssegmente. Beim Ausbau der erneuerbaren Erzeugung im Bereich „Grüne Energie“ konnte sie gemeinsam mit ihren kommunalen Partnern im vergangenen Jahr den Windpark Kornberg in Hardheim-Höpfingen und zwei Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen in Neuenstadt am Kocher und in Talheim ans Netz anschließen. Wie bei allen Erneuerbaren Projekten der ZEAG gehören die jeweiligen Anlagen BürgerEnergie-Gesellschaften unter Beteiligung der Kommunen und Menschen vor Ort (siehe unten „Kommunen mit BürgerEnergie-Gesellschaften und ZEAG-Beteiligung“). Dafür steht auch der Leitsatz der ZEAG: Gemeinsam Energiewende möglich machen.
Die installierte Leistung an nachhaltig produziertem Ökostrom der ZEAG stieg im Jahr 2025 auf mehr als 230 Megawatt. Bis 2030 möchte das Energieunternehmen seine installierte Leistung aus Erneuerbaren verdreifachen.
Im Bereich „Digitale Märkte“ startete die ZEAG im Jahr 2025 ein umfassendes Digitalprojekt zur Modernisierung ihrer Angebote für Privat- und Geschäftskund*innen. Teil davon ist die Investition in ein neues Vertriebs- und Abrechnungssystem.
Im Bereich Systemkritische Infrastruktur (Netze) lag die Leistung der ans Netz angeschlossenen Erzeugungsanlagen bei den beiden ZEAG-Netztöchtern (NHF Netzgesellschaft Heilbronn-Franken mbH und NHL Netzgesellschaft Heilbronner Land GmbH & Co. KG) bei mehr als 200 MW – ein Plus von rund 40 Prozent zum Vorjahr. Spitzenwerte meldeten beide Netzbetreiber auch bei der durchschnittlichen Unterbrechungsdauer je angeschlossener Verbrauchsstelle: Im Netzgebiet der NHF lag dieser Wert bei lediglich 2,24 Minuten auf das gesamte Jahr gerechnet, bei der NHL sogar bei nur 0,16 Minuten. Das sind weniger als 10 Sekunden in einem Jahr. Beide Werte bedeuten eine außerordentlich hohe Versorgungsstabilität. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt lag im Jahr 2024 bei 11,6 Minuten (Baden-Württemberg 12,8 Minuten).
Für die nächsten Jahre rechnet die ZEAG mit steigenden finanziellen Belastungen, unter anderem durch selbst getriebene Investitionen und dadurch steigende Finanzierungskosten. Daher treibt die ZEAG seit dem vergangenen Geschäftsjahr ein umfassendes internes Effizienzprogramm voran, das auch in den kommenden Jahren ergebnissichernd wirkt. Für das laufende Jahr 2026 erwartet die ZEAG einen Umsatz geringfügig unter dem Vorjahresniveau.
Kommunen mit BürgerEnergie-Gesellschaften und ZEAG-Beteiligung
Adelsheim, Billigheim, Boxberg, Brackenheim, Braunsbach, Buchen, Bühlerzell, Eberstadt, Forchtenberg, Hardheim, Hardthausen am Kocher, Heilbronn, Höpfingen, Ilshofen, Jagsthausen, Königheim, Krautheim, Langenbrettach, Lauffen am Neckar, Leingarten, Möckmühl, Neckarwestheim, Neuenstadt am Kocher, Nordheim, Osterburken, Pfaffenhofen, Roigheim, Rosenberg, Schöntal, Schwaigern, Sulzbach-Laufen, Talheim, Tauberbischofsheim, Widdern, Zaberfeld
Über die ZEAG Energie AG
Die ZEAG Energie AG mit Sitz in Heilbronn ist in der Region Heilbronn-Franken in den Geschäftsfeldern Erneuerbare Energieerzeugung, Strom-, Gas- und Wärme versorgung sowie Quartiersentwicklung aktiv. Mit ihrer Netzgesellschaft en NHF und NHL ertüchtigt sie Stromnetze in der Region für die Energiewende. Bis zum Jahr 2030 möchte die ZEAG rund eine Milliarde Euro in ihren strategischen Geschäftsfeldern Grüne Energie, Digitale Märkte und Systemkritische Infrastruktur investieren.
Die ZEAG ist ein Tochterunternehmen der EnBW Energie Baden-Württemberg AG.
Heiko Willrett
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